Grundsatzprogramm

Zu den unten aufgeführten Themen haben wir als GJ Lübeck Beschlüsse über unsere grundsätzliche Haltung dazu gefasst. Dieses Grundsatzprogramm erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, weiter Positionen der Grünen Jugend sind zudem auf den Seiten der GJ Schleswig-Holstein und des Bundesverbandes zu finden.

Gleichberechtigung / Feminismus

Die Grüne Jugend Lübeck tritt  für eine Gesellschaft ein, in der alle Menschen – unabhängig von ihrem Geschlecht – gleichberechtigt leben können. Dazu gehört für uns u.a. die freie Wahl bei Berufen und Lebensform und das Aufbrechen von starren Rollenbildern.
Besonders Frauen werden in vielen Lebensbereichen benachteiligt. So verdienen sie im Durchschnitt aller in Deutschland arbeitenden Menschen 23% weniger als Männer. Vergleicht man den Verdienstunterschied von Männern und Frauen bei vergleichbarer Tätigkeit und äquivalenter Qualifikation, sind es immer noch 8% weniger. Deshalb muss verstärkt Frauenförderung betrieben werden, die Männer allerdings nicht benachteiligt. In einigen Bereich erscheint uns die Quote als sinnvolles Mittel neben anderen, um bestehende Verhältnisse aufzubrechen.
Insgesamt treten wir für eine Familien-, Sozial- und Arbeitsmarktpolitik ein, die Frauen und Männern die gleichen Chancen bietet.

Tierschutz

Die Grüne Jugend Lübeck kämpft für

  • artgerechte Tierhaltung, die flächendeckend durchgesetzt werden muss,
  • für die Erhaltung ihrer Lebensräume und Artenvielfalt,
  • für die Abschaffung von  unwürdigsten Zuständen bei Tiertransporten und tierquälerische Haltungsformen sowie
  • gegen die Tötung von Tieren zu Luxuszwecken – beispielsweise von Pelztieren.

Wir treten für ein Klagerecht für Tierschutzverbände ein, damit sie ihrer Funktion als Anwalt der Tiere gerecht werden können.

Ernährung

Die Grüne Jugend Lübeck rät,

  • Produkte aus der eigenen Region zu bevorzugen sowie
  • den Fleischkonsum zu reduzieren, da so die CO2 - Emission deutlich verringert werden kann. Außerdem wird für 1 Kilo Fleisch 6-10 Kilo pflanzliches Futter benötigt, sodass mit rein pflanzlicher Ernährung weltweit weniger Menschen hungern müssten.

Weiterhin sind wir

  • für eine gentechnikfreie Landwirtschaft europaweit, da die ökologischen und gesundheitlichen Risiken nicht einzuschätzen sind, Artenvielfalt zerstört sowie die Abhängigkeit der Landwirte von Saatgutherstellern durch die monopolistische Agro-Industrie deutlich erhöt wird.

Energiewende

Die Reaktorkatastrophe von Fukushima hat wieder einmal gezeigt, dass die Atomenergie gewaltige Gefahren birgt und eine Technologie ohne Zukunft ist, besonders auch wegen der ungelösten Frage der Endlagerung.
Wir wollen einen raschen Atomausstieg weltweit, um den Weg frei zu machen für eine nachhaltige Energieversorgung durch Erneuerbare Energien.
Das Potential Erneuerbarer Energien ist in Deutschland noch nicht ausgeschöpft: In der Solarenergie und vor allem der Windenergie ist ein Ausbau möglich.
Zudem müssen die Möglichkeiten der Energieeinsparung und -effizienz verstärkt verfolgt werden und Investitionen in Forschung und Netzausbau getätigt werden.
Die Erneuerbaren Energien sind in Deutschland ein bedeutender Wirtschaftszweig. Der Ausbau wird weitere grüne Arbeitsplätze schaffen und den Weg in eine nachhaltige und sichere Zukunft weisen.

Netzpolitik

Das Internet bietet für eine breite Masse Möglichkeiten der politischen Meinungsbildung, wie sie noch vor kurzem in der gesamten Geschichte der Menschheit undenkbar waren. Es ist ein Medium, dass jedem Nutzer freien Zugang zu einer endlos erscheinenden Menge an Informationen und Wissen bietet.
Die Grüne Jugend Lübeck fordert, dass Informationen im Internet auch in Zukunft frei zugänglich sind. Deshalb sprechen wir uns für die Netzneutralität und eine Reformierung des Urheberrechts (z.B. Kultur-Flatrate) aus. Des Weiteren lehnen wir Internetsperren ab, weil wir den Aufbau einer Zensur-Infrastruktur als eine Gefahr für die Meinungsfreiheit sehen.
Bei all den Vorteilen der immer stärker vernetzten Welt, dürfen wir die Augen nicht vor den Gefahren verschließen. So scheint etwa der Datenschutz durch die rasante Vernetzung zunehmend auf der Strecke zu bleiben. Deshalb sprechen uns für strengere Datenschutz-Richtlinien aus. Außerdem fordern wir den „gläsernen Staat“ und nicht den „gläsernen Bürger“.